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Erdmagnetfeld

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Erdmagnetfeld Artikel

Die Erde ist von einem Magnetfeld umgeben. An der Erdoberfläche hat dieses Feld die Form eines magnetischen Dipols, wie es auch von einem sehr kleinen Stabmagneten erzeugt wird.

Erdmagnetfeld Beschreibung
Erdmagnetfeld Beschreibung
Das Erdmagnetfeld ist gegenüber der Erdachse geneigt

Das Erdmagnetfeld ist größtenteils statisch. Es weist in Nord-/Südrichtung, eine Kompassnadel richtet sich also in diese Richtung aus. Dies wird zur Navigation eingesetzt und war den Chinesen und Mongolen schon vor mehreren tausend Jahren bekannt. Die Pole des Erdmagnetfeldes (magnetische Pole) fallen aber nicht exakt mit den geographischen Polen der Erdachse zusammen, sondern sind zurzeit (2003) um ungefähr 11,5° gegenüber der Erdachse geneigt. Daher unterscheidet man den geographischen Nordpol und Südpol, die durch die Richtung der Erdachse bestimmt sind, von den magnetischen Polen.

In der Geophysik wird ein weiteres Polpaar definiert und benutzt, die geomagnetischen Pole, die sich von den magnetischen Polen um über 1 Tausend km unterscheiden.

Das Magnetfeld der Erde lenkt die geladenen Teilchen des Sonnenwindes ab. Ohne dieses Feld wäre die Strahlung für das bestehende Leben auf der Erde wahrscheinlich tödlich. Satellitenmessungen ergeben, dass es durch diesen Sonnenwind auf der sonnenabgewandten Seite in großen Höhen stark verformt ist und nicht mehr einem Dipolfeld entspricht. Es bildet sich sogar ein Plasmaschweif aus. Durch magnetische Stürme, die durch den Sonnenwind verursacht werden, wird die Stärke des Feldes zudem kurzzeitig verändert, jedoch ca. in dem Bereich von einigen 100 nT (Nanotesla).

Der Stärke des Magnetfeldes der Erde ist mit ungefähr 30 bis 60 µT (Mikrotesla) relativ klein. Aufgrund von magnetischen Materialien innerhalb der Erde treten kleine lokale Abweichungen (Anomalien) des Feldes auf.

Erdmagnetfeld Beschreibung
Erdmagnetfeld Beschreibung
Inklinationskarte für 1860

Das Feld ist nicht parallel zur Erdoberfläche, sondern tritt mit dem Inklinationswinkel in die Oberfläche ein. Diesen Winkel der Feldlinien kann man durch eine waagerecht aufgehängte Kompassnadel bestimmen. Er beträgt in Deutschland etwa 60° gegenüber der Horizontalen. Am Nordpol und Südpol ist er ungefähr 90°, am Äquator 0°.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Die Bahnen von Teilchen der kosmischen Strahlung im Erdmagnetfeld Die Beschreibung für das Buch "Die Bahnen von Teilchen der kosmischen Strahlung in dem Erdmagnetfeld" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

Entstehung des Erdmagnetfeldes

Erdmagnetfeld Beschreibung
Erdmagnetfeld Beschreibung
Einfluss der Sonne auf das Erdmagnetfeld

Über die Entstehung des Erdmagnetfeldes gibt es verschiedene Theorien. Sicher ist, dass das Magnetfeld der Erde vom Erdkern ausgeht.

Als eine mögliche Ursache des Magnetfeldes gelten Konvektionsströme in dem äußeren flüssigen Erdkern, die durch den Temperaturunterschied zwischen dem festen inneren Erdkern und dem Erdmantel aufrecht erhalten werden. Ähnlich dem in Stromgeneratoren angewendeten Prinzip der Autoinduktion wird durch die Bewegung der elektrisch leitfähige Schmelze ein elektrischer Strom hervorgerufen, von dem das Magnetfeld der Erde ausgeht. Die Konvektion der Schmelze kann auch als Rotationsbewegung angesehen werden, die das Bestreben hat, die ursprüngliche Richtung der Rotationsachse, ähnlich dem Foucaultschen Pendel, beizubehalten. Daher liegen die magnetischen Pole etwa in der Nähe der geographischen Pole.

Einer anderen Theorie zufolge tragen auch die vom Mond, aber auch von anderen Himmelskörpern, ausgehenden Gezeitenkräfte zu dem Erdmagnetfeld bei: Durch die Gezeitenkräfte wird die Erde in ihrer Rotation allmählich abgebremst. Die Gezeitenkräfte wirken dabei auf den Erdmantel stärker ein als auf den Erdkern. Denn der größere Radius des Erdmantels führt zu einem größeren Unterschied der Anziehung durch den Mond, da die dem Mond zu- und abgewandten Bereiche des Erdmantels weiter voneinander entfernt sind als die entsprechenden Bereiche des Erdkerns. In der Konsequenz bedeutet die stärkere Abbremsung des Erdmantels, dass der innere Erdkern ein wenig schneller rotiert als der Erdmantel, was nicht zuletzt durch die Wirkung des äußeren flüssigen Erdkerns als Schmiermittel ermöglicht wird. Durch die schnellere Rotation des festen Erdkerns gegenüber dem Erdmantel wird ein elektrischer Strom induziert, der das Erdmagnetfeld hervorruft.

Buch-Tipp: Filmkühlung thermisch höchstbelasteter Oberflächen: Korrelation thermographischer Messungen Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Filmkühlung thermisch höchstbelasteter Oberflächen: Korrelation thermographischer Messungen". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

Geschichte

Im Jahre 1600 veröffentlichte der englische Arzt und Naturphilosoph William Gilbert sein Werk De Magnete, im er erstmals erkannte, dass die Erde die Ursache für die Ausrichtung der Kompassnadel ist. Messungen in London ergaben zudem, dass das Magnetfeld nicht statisch ist, sondern sich langsam ändert.

Erdmagnetfeld Beschreibung
Erdmagnetfeld Beschreibung
Wanderung des magnetischen Nordpols

Seit den ersten Messungen um 1550 hat sich die Stärke des Magnetfeldes um etwa 20 Prozent verringert, in den letzten hundert Jahren allein um ungefähr 6%. Die magnetischen Pole sind nicht ortsfest. Sie wandern derzeit etwa 7,5 km pro Jahr.

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Paläomagnetismus

Eisenhaltiges Gestein, das oberhalb des Curiepunktes erhitzt wird und sich dann abkühlt, wird in Richtung des äußeren Magnetfeldes, normalerweise des Erdmagnetfeldes, magnetisiert. Dies trifft für Vulkangestein zu, tritt aber auch bei Ziegeln oder Tongefäßen auf. Dadurch wird die Magnetfeldrichtung quasi eingefroren und kann heute bestimmt werden. Die entsprechende wissenschaftliche Disziplin heißt Paläomagnetismus .

Aufgrund von Messungen an erstarrter Lava, die sich in dem Rahmen der Plattentektonik am mittelatlantischen Rücken ständig nachgebildet hat, weiß man, dass sich das Erdmagnetfeld in dem Mittel etwa alle 500 Tausend Jahre umkehrt. Dabei handelt es sich um einen Prozess, der mit dem 11-jährigen Sonnenzyklus verwandt ist. Zuletzt hat er sich vor ungefähr 750 Tausend Jahren ereignet. Die Umpolung geschieht dabei in einer relativ kurzen Zeitspanne von wenigen tausend Jahren. Umpolungen sind bis etwa 100 Millionen Jahre zurück gut dokumentiert. Da das Magnetfeld derzeit abnimmt, könnte in nicht allzu ferner Zukunft eine Umpolung bevorstehen. (Schätzung: Jahr 3000-4000) Diese Vermutung ist wissenschaftlich jedoch nicht gesichert.

Während der Phase der Umpolung war die Erde schutzlos dem Sonnenwind ausgesetzt. Das korrespondiert mit der Beobachtung, dass in den entsprechenden Sedimentschichten gehäuft ein Artenwechsel von Kleinorganismen festgestellt werden konnte. Möglicherweise war daher die Oszillation des Erdmagnetfeldes und die damit einhergehenden DNA-Mutationen durch hochenergetische Strahlung ein bedeutender Motor der Evolution.

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Messungen des Magnetfeldes

Derzeit wird das Magnetfeld in über 200 Laboratorien der Erde ständig gemessen und überwacht. Auch Satelliten werden zu Magnetfeldmessungen benutzt, z.B. der 2000 von Deutschland gestartete CHAMP . Die Messungen erreichen in Stärke und Richtung eine überaus große Genauigkeit von 0,0002 Prozent (Quelle geophysik.uni-münchen.de (http://www.geophysik.uni-muenchen.de/Institute/Infos/PublicRelations/Poster/magnetfeld.pdf)).

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Geomagnetik

Neben den globalen Messungen werden magnetische Messungen in großer Zahl für die Angewandte Geophysik und Erkundung von Lagerstätten vorgenommen. Nicht zuletzt sind Richtungsmessungen mit Magnetsonden und Kompassen für Zwecke der Navigation und Geodäsie zu erwähnen.

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Orientierung am Erdmagnetfeld

Einige Tiere, so z.B. Blindmäuse , Brieftauben, Zugvögel, Meeresschildkröten und wahrscheinlich auch Wale nutzen das Erdmagnetfeld zur Orientierung.

Buch-Tipp: So hilft Ihnen die Magnetfeld- Therapie Verständlich und angenehm kompakt Auf 160 Seiten geht es deshalb, wie man die Magnetfeld-Therapie zu Hause nutzen kann. Verständlich und angenehm kompakt geht es zunächst um die Geschichte der Magneten in der Medizin, deshalb, was Magnetismus eigentlich ist und wie z. B. der Erdmagnetismus uns beeinflusst. Daran schließt sich an, wie Magneten...

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